Farbechtheiten von Möbelstoffen I

Lichtechtheit

Neben der Scheuerbeständigkeit (Thema in Ausgabe N°4) ist auch die Farbechtheit eines Möbelstoffes ein wesentliches Qualitätskriterium. Hierbei unterscheidet man zwischen Reibechtheit und Lichtechtheit. Unter Reibechtheit versteht man die Widerstandsfähigkeit eines Möbelstoffes gegen Abreiben und Anfärben auf andere Materialien. Bei der Lichtechtheit wird die Widerstandsfähigkeit des Stoffes gegen die Einwirkung von künstlichem oder natürlichem Licht bewertet. LICHTECHTHEIT: Bei dieser Prüfung wird der Möbelstoff über einen längeren Zeitraum (ca. 90 – 110 Stunden) einer künstlichen Belichtung ausgesetzt, wobei ein Bereich des Musters abgedeckt wird. Je nach Farbstoffqualität bleicht der belichtete Stoff in diesem Zeitraum mehr oder weniger aus. Der Farbunterschied zur Originalfarbe wird durch einen sogenannten Blaumaßstab mit 8 Stufen beurteilt. Bei dieser Bewertung gilt: Das Testergebnis bei Stufe 1 zeigt einen deutlichen Unterschied zum Originalfarbton, bei Stufe 8 ist nach der Prüfung keine Veränderung im Vergleich zur Ausgangsware erkennbar. Nach den Prüfbestimmungen für Polstermöbel der „Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e. V.” werden Echtheitszahlen der Stufe 4 gefordert, für besonders hohe Anforderungen Stufe 5. Für alle Rohleder Markenstoffe liegen die Werte mindestens bei Stufe 6. Zur Färbung werden nur die besten Farbstoffe (Automobilfarbstoffe) verwendet, um die optimalen Voraussetzungen für den Alltagsgebrauch zu gewährleisten.

 

XENON TEST:

Im Prüfraum (durch das Sichtfenster in der Mitte zu sehen) werden die Testmuster
bestrahlt. Um Austrocknung zu vermeiden, werden sie dabei kontinuierlich befeuchtet. Dafür befindet sich im unteren Teil ein Wasserspeicher, der durch eine Reinstwasseranlage gespeist wird. Auf diese Weise können unverfälschte Testergebnisse sichergestellt werden.

Left: A cotton-linen fabric after Xenontest – evaluated at grade 3-4. Right: Q2 bestseller item after Xenontest – evaluated at grade 6-7.